Eva's ApplesEva's Apples

Schüler Fragen wir antworten

Als erstes Interessiert mich, wer du denn eigentlich bist:  Was hast du gelernt und wie sieht dein beruflicher Werdegang aus?
Ich bin ein sehr vielseitig interessierter Mensch und habe in meinem Leben schon Einiges gemacht. Ursprünglich gelernt habe ich technische Zeichnerin, das war damals noch ein Handwerk und ganz ohne Computer. Dann habe ich die Erwachsenenmatur nachgeholt und war danach beim Zirkus Pipistrello als Animatorin, Traktorfahrerin und Artistin unterwegs. Ich bin sehr kreativ und mein Wunsch war es schon immer in der Gestaltung Fuss zu fassen. Das habe ich dann auch gemacht und zuerst den gestalterischen Vorkurs besucht und war danach als selbständige Grafikerin und Webdesignerin tätig. Weitere Jobs und Ausbildungen als Multimedia-Koordinatorin, Kommunikationsfachfrau und Projektleiterin im Online-Bereich folgten. Und jetzt eben Ladenbesitzerin. Was sich sicher bei mir im Leben durchzieht ist, dass ich das worauf ich grad Lust habe auch realisiere.

Was hat dich dazu gebracht vegan zu leben?
Bevor ich Veganerin wurde, wusste ich überhaupt nicht, dass solch eine Lebensweise existiert. Ich habe gehört, dass sich jemand einen Buchtitel tätowieren liess und weil mir das sehr ungewöhnlich erschien, erweckte es meine Neugierde. Das Buch trug den Titel „Tiere essen“ und wurde vom amerikanischen Autoren Jonathan Safran Foer verfasst. Ich kaufte mir das Buch und nach dem ich es gelesen hatte, begann ich zu hinterfragen, warum wir gewisse Tiere essen und andere als Haustiere verwöhnen. Man hat uns schon von klein auf beigebracht, dass man seine Macht gegenüber den Schwächeren nicht ausnutzen sollte. Aber genau das machen wir mit den sogenannten „Nutztieren“ und von dem wollte ich kein Teil mehr sein.

Zur Gründung von Eva’s Apples: Wie und wann ist Eva’s Apples eigentlich entstanden?
Als ich selbst Veganerin wurde, fand ich es etwas umständlich immer die Zutatenliste der Lebensmittel studieren zu müssen um sicher zu gehen, dass keine tierischen Bestandteile vorhanden sind. Ich war erstaunt wie vielen Produkten beispielsweise Milchpulver, Karmin - welches aus Schildläusen gewonnen wird, Butter oder ähnliches unnötigerweise beigemischt wird. Da entstand zum ersten Mal der Wunsch nach einem rein veganen Laden, wo Veganerinnen und Veganer wie ich, nach Lust und Laune entspannt einkaufen können.
Ich habe ausserdem gehört, dass es in verschiedenen deutschen Städten schon solche rein veganen Läden gibt, das hat mich inspiriert auch in der Schweiz einen veganen Laden aufzumachen. Als erster veganer Laden in Zürich gehört Eva’s Apples somit zu den Pionieren der veganen Bewegung.
Mit dem Laden möchte ich zeigen wie viele leckere, vegane Produkte es gibt, und dass ein genussvolles Leben ohne Tierleid möglich und relativ unkompliziert ist.  

Zur Entwicklung von Eva’s Apples: Heute gibts zwei Läden in Zürich und einen in Bern.  Wann wurden diese weiteren Läden eröffnet und wie kam es zu diesem Wachstum?
Die Eröffnung  vom ersten Eva’s Apples Laden und gleichzeitig dem ersten rein veganen Laden in Zürich fand im 2013 statt. Dann im 2015 die Gründung des ersten veganen Ladens in Bern und nun im 2016, unser drittes Baby der Laden und Take Away in Zürich Wollishofen wo wir auch frisches Gemüse sowie Grundnahrungsmittel im Offenverkauf anbieten.

Zum Auftritt von Eva’s Apples: Ihr betreibt heute eine umfassende Webseite mit Blog und integriertem E-Shop.  Wann und weshalb hast du dich für einen online Auftritt entschieden?
Da ich eben früher im Online-Bereich tätig war, wollte ich schon immer mal einen Online-Shop betreiben – um selber in der Praxis zu Üben sozusagen. Deswegen war es von Anfang an unser Ziel auch einen Online-Shop zu machen. Was wir allerdings unterschätzt haben, war das daily Business. Erst 1 ½ Jahre nach Eröffnung des ersten Ladens konnten wir endlich den Online-Shop realisieren. So ein Laden gibt eben mehr zu tun, als man denkt, davon hatte ich früher keine Ahnung.  

Zur Zukunft von Eva’s Apples: Sicher hast du Pläne und Ziele, wie dein Unternehmen sich zukünftig entwickeln wird. Worauf dürfen sich Eva’s Apples-Fans in Zukunft freuen?
Ein lang gehegter Wunschtraum ist es ein veganes oder sogar rohköstliches Café oder Bistro mit veganem Laden zu führen. Für Kooperationen sind wir immer offen und gespannt was sich so ergibt.  Auch ein weiterer Eva’s Apples Laden in einer anderen Schweizer Stadt wäre vorstellbar.
Schon fest geplant ist aber, dass wir ein veganes Coaching / Ernährungsberatung anbieten können. Darauf freue ich mich besonders, weil Ernährung schon immer mein Steckenpferd war und ich überzeugt bin, dass man grad mit veganer Ernährung viele Zivilisationskrankheiten vorbeugen oder sogar heilen kann.

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Eva, das neue Herzensprojekt von Eva’s Apples, die verpackungsfreie Auswahl an Grundnahrungsmitteln für die Kunden deines veganen Ladengeschäftes, ist soeben erfolgreich umgesetzt. Gemeinsam mit Kunden und Besuchern konntest du die Eröffnung des ersten abfallfreien Take Aways von James Jar & Co. in deinem Laden in Zürich-Wollishofen feiern. Der mutige Schritt in Richtung Crowdfunding zur Umsetzung deines Projektes wurde belohnt! Was hat dich ursprünglich dazu inspiriert?
Ich interessiere mich sehr für die neusten Entwicklungen und soziale Trends. Als erster veganer Laden in Zürich und ich Bern kann ich sagen, dass wir die Hinwendung der Schweiz zu einer veganen Lebensweise richtig eingeschätzt haben. Und die Zero Waste Bewegung in anderen Ländern beobachte ich schon länger, leider hatten wir bisher weder in Bern noch in Zürich am Schaffhauserplatz die Möglichkeit Offenverkauf anzubieten. Als sich die Gelegenheit in unserem neuen Laden in Zürich Wollishofen ergeben hat, waren wir guter Hoffnung, dass wir diese sinnvolle Art einzukaufen gemeinsam mit unseren Kunden und unseren Unterstützern realisieren können.
 
Du bietest deiner Kundschaft die Mitbestimmung per Umfrage, welche Lebensmittel auf jeden Fall im Sortiment bei Eva’s Apples geführt werden sollen. Hat sich bei der wechselseitigen Anregung von Nachfrage und Angebot auch die Hinwendung zu einem verpackungsfreiem Konzept ergeben?
Einige Kunden haben sich nach unverpackten Grundnahrungsmitteln wie Hülsenfrüchten, Haferflocken, Reis usw. erkundigt. Ich persönlich finde es super, wenn man einkaufen kann ohne dabei jedes Mal Abfall zu produzieren, so wollte ich mit dem Crowdfunding auch herausfinden ob die Nachfrage wirklich vorhanden ist. Und es scheint so – wir haben uns über die grosse Unterstützung riesig gefreut!
 
Wie ist gross ist die Beteiligung an der aktiven Mitgestaltung des Sortiments von Kundenseite und wie gestaltet sich die Resonanz betreffend verpackungsfreiem Konzept?
Ein Interesse scheint auf jeden Fall da zu sein. Mehr kann ich aber natürlich erst sagen, wenn sich zeigt, ob die Leute auch wirklich den Weg auf sich nehmen um bei uns verpackungsfrei einzukaufen. Es haben uns aber so viele Berner Kunden gedrängt, sodass wir neu auch dort einen Versuch starten werden. Wenn die Nachfrage gross genug ist, werden wir also auch in Bern Offenverkauf anbieten.
 
Zu den Unterstützenden innerhalb deines Projektes gehörte auch die Schweizer Organisation STOPPP, welche sich dafür einsetzt, auf Plastikprodukte zu verzichten sowie diese richtig zu entsorgen und zu rezyklieren. Siehst du hier eine aktuelle Tendenz der Zunahme an gegenseitiger Unterstützung thematisch verwandter Organisationen und Vereine?
Ich freue mich sehr über die grosszügige Spende von STOPP! Das zeigt auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die gegenseitige Unterstützung vor allem mit anderen Unternehmen ist grossartig. Als Organisation unterstützt zB. die Swissveg kleine vegane Läden und dadurch ist der Verband „Vegane Läden Schweiz“ entstanden. Ich finde super, wenn Organisationen Kleinstunternehmen helfen, obwohl sie auch nicht über viele Ressourcen verfügen. Wir unterstützen von uns aus ja auch gerne, indem bei uns Kunden kleine Spenden für gemeinnützige Organisationen abgeben können. Da sind schon ansehnliche Beträge zusammengekommen. So kann jedes Unternehmen und jede Organisation nach seinen Möglichkeiten Andere Unterstützen.
 
Alle Initiativen die in Richtung Zero Waste zielen, zu einer konsequente Vermeidung unnötiger Verpackung, lassen die engagierten Läden und die Verbraucher auf eine neue Weise kreativ werden. Hierdurch kommen altbewährte Materialien wie etwa Glas, Körbe, Papier und Netze aus Naturmaterialien wieder zur Geltung sowie eine Anregung zur eigenen Herstellung von Kosmetik und Putzmittel. Dabei entsteht eine vielfältige Bewegung, die das konkrete Potenzial hat, die Umwelt und uns selbst von belastenden Substanzen zunehmend zu befreien. Werden sich aus deiner Sicht diese Engagements steigern oder innerhalb einer Nische von an Umweltfragen interessierten Gruppen stabilisieren?
Wenn die Möglichkeit abfallfrei einzukaufen vorhanden ist, werden sicher einige bewusste Kunden diese nutzen. Es wäre aber wohl naiv anzunehmen dass die grosse Masse Gewohnheiten ändert und einen gewissen Aufwand auf sich nimmt um so einzukaufen. Leider können wir nicht auf die Eigenverantwortung und Vernunft der Menschen  zählen – sonst sehe die Welt ja jetzt schon anders aus. 
 
Haben sich positive Auswirkungen durch die Zuwendung zum Thema auch in deinem persönlichen Leben ergeben?
Abfall getrennt habe ich schon immer, das habe ich ja noch in der Schule gelernt. Aber dass man noch viel weiter gehen kann und aktiv darauf achtet Abfall zu vermeiden finde ich sehr motivierend. Ich erinnere mich noch, wie ich früher aus Protest vor dem Verpackungswahn meine Produkte direkt im Laden von der meist überflüssigen Verpackung befreit habe. Nun kann ich aber ganz bequem meinen Behälter gleich mitbringen und verursache nicht nur weniger Abfall sondern gar keinen! Das ist doch eine wunderbare Entwicklung.

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Seit wann ernähren Sie sich Vegan?
Ich ernähre mich seit 2012 vegan. Ich habe das Buch „Tiere essen“ gelesen und danach stand für mich der Entschluss fest, dass ich Veganerin werde. Vegetarisch zu leben stand für mich ausser Frage, da auch die vegetarische Lebensweise Tierleid und Tod verursacht. Ich habe mir für den Umstieg ein ganzes Jahr eingeplant, jedoch bin ich bereits nach wenigen Monaten auf eine komplette vegane Lebensweise umgestiegen, da es einfacher war als ich dachte.

Wieso haben Sie sich für eine vegane Ernährung entschieden?
Bevor ich Veganerin wurde, wusste ich überhaupt nicht, dass solch eine Lebensweise existiert. Es ist mir zu Ohren gekommen, dass sich jemand einen Buchtitel tätowieren liess und weil mir das sehr ungewöhnlich erschien, erweckte es meine Neugierde. Das Buch trug den Titel „Tiere essen“ und wurde vom amerikanischen Autoren Jonathan Safran Foer verfasst. Ich kaufte mir das Buch und nach dem ich es gelesen hatte, begann ich zu hinterfragen, warum wir gewisse Tiere essen und andere als Haustiere verwöhnen. Man hat uns schon von klein auf beigebracht, dass man seine Macht gegenüber den Schwächeren nicht ausnutzen sollte. Aber genau das machen wir mit den sogenannten „Nutztieren“ und von dem wollte ich kein Teil mehr sein.

Was hat sich seit der Umstellung verbessert? Verschlechtert?
Auf die Gesundheit bezogen hat sich nichts verschlechtert, eher im Gegenteil, ich fühle mich viel aktiver, leichter und meine Schlafqualität hat sich deutlich verbessert. Ich fühle mich einfach allgemeinen besser, was sicher auch damit zusammenhängt, dass ich, seit ich auf tierische Produkte verzichte, ein reineres Gewissen habe.

Nehmen Sie Supplemente zu sich, um den Mangel an Vitamin B12 undD3 vorzubeugen?
Ja, das mache ich, weil es oft empfohlen wird und das nicht nur bei vegan lebenden Menschen, sondern auch bei Menschen, die tierische Produkte konsumieren.
Beim Vitamin D3 ist es sodass esüber die Haut, beim Auftreffen von Sonneneinstrahlunggebildet wird. Deswegen hat es nichts mit der veganen Ernährung zu tun, sondern mehr mit der Berufswahl. Wenn man die tägliche Dosis ohne Supplemente aufnehmen möchte, sollte man sich für einen Beruf in der Natur wie z.B. Gärtner entscheiden, oder darauf achten, dass man sich täglich ausreichend an der Sonne aufhält. Wenn man Vitamin D supplementieren muss ist es wichtig darauf zu achten, dass die Grundsubstanz nicht tierischen Ursprungs ist.

In welcher Form nehmen Sie das Nahrungsergänzungsmittel zu sich? In Tabletten-oder Sprayform?
Ich nehme beide Vitamine in Sprayform zu mir. Ich würde es aber auch nicht ablehnen, sie in Tablettenform zu mir zu nehmen, solange sie nicht in Gelatine-Kapseln sind.

Wie viel und wie oft haben Sie früher tierische Produkte konsumiert?
Ich habe wie die meisten Menschen täglich tierische Produkte konsumiert, weil in fast allen Lebensmitteln tierische Zutaten enthalten sind. Wenn man nicht bewusst darauf achtet,  ist es fast unmöglich, keine tierischen Produkte zu konsumieren.

Wie genau achten Sie auf eine vegane Ernährung? Wo setzen für sich die Grenzen im Alltag?
Es gibt natürlich keine 100%ige Konsequenz und ich finde, jeder soll mit sich selber vereinbaren wo er seine Grenzen setzt. Bei mir ist zum Beispiel die Grenze, dass ich, wenn ich bei Kollegen zu Besuch bin, nicht speziell nachfrage, ob der Wein auch wirklich vegan ist. Viele Leute wissen gar nicht, dass Weine, Säfte und Essige oftmals mit Gelatine oder anderen tierischen Zusätzen geklärt werden und somit nicht vegan sind. Ich frage auch nicht nach, welcher Essig für die Salatsauce verwendet wurde; ich finde das ginge zu weit. Wenn ich selber Essig einkaufe, achte ich aber darauf, dass der Essig mechanisch gefiltert wurde und somit vegan ist.

Warum würden Sie eine vegane Ernährung weiterempfehlen?
Es gibt etliche Gründe, warum ich eine vegane Ernährung sehr empfehlen kann. Da wären sicher mal die gesundheitlichen Vorteile, die eine pflanzliche Ernährung mit sich bringt. Heute ist aus verschiedenen Studien bekannt, dass der Verzehr von tierischen Produkten viele Krankheiten begünstigt wie z.B. Allergien, Krebs, Herzerkrankungen u.s.w.

Viele Menschen lassen sich auch viel zu stark von der Fleisch-und Milchindustrie beeinflussen, denn es wurde bis heute nicht bewiesen, dass Fleisch und Milch für uns gesund sind.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Ethik. Ich sehe es nicht ein, warum wir Menschen uns über die Tiere stellen uns sie so schlecht behandeln, nur weil wir offenbar intelligenter sind. Eines Tages könnte eine intelligentere Spezies auf unseren Planeten kommen und dann würden wir auch nicht wollen, dass sie mit uns so umgehen wie wir mit den Tieren.

Ein weiterer sehr grosser Aspekt  ist die Umwelt, die durch die vegane Ernährung stark geschont würde. Man holzt riesige Regenwaldflächen ab für den Anbau von Soja und Mais, die man anschliessend den Tieren verfüttert. Auf der anderen Seite verhungern Menschen, die nicht genügend Nahrung kriegen. Deswegen finde ich die Umwelt und den Welthunger zwei sehr entscheidende Argumente, die für eine pflanzliche Ernährungsweise sprechen. Der enorme Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung durch die Tierhaltung sind weitere Stichworte – ganz zu schweigen von den leergefischten Meeren.

Was wissen sie über die Massentierhaltung in der Schweiz?
In der Schweiz entsteht ein Zerrbild, was die Massentierhaltung betrifft, weil immer nur von den vorbildlich geführten Betrieben die Rede ist. Weil man von den Massentierhaltungsbetrieben nur sehr selten etwas hört, ist man der Meinung, dass sie kaum existieren. Aber man kann sicher sein, dass 90% vom Fleisch, das man in den Geschäften vorfindet, aus Massentierhaltungen stammen. Es ist nur ein kleiner Prozentsatz der Tiere, die ein gutes Leben geführt haben. Nicht einmal das Bio-Fleisch garantiert, dass die Tiere ein gutes Leben hatten. Bio-Fleisch bedeutet nichts weiter als dass die Tiere mit Bio-Getreide gefüttert wurden. Es hat nichts mit der Haltung der Tiere weniger zu tun als allgemein angenommen wird.

Wie fest schränkt Sie die vegane Ernährung im Alltag ein?
Es ist eine gewisse Einschränkung, weil man besser planen muss. Vor allem wenn man unterwegs ist, muss ich damit rechnen, dass ich nicht immer etwas zu essen finde und deshalb sorge ich dafür, dass ich immer etwas dabei habe. Eine Einschränkung ist es in dem Sinne, weil nicht überall vegane Nahrungsmittel verfügbar sind. Aber die Möglichkeiten werden immer besser, weil verschiedene Lebensmittelgeschäfte vegane Produkte in ihr Sortiment aufnehmen. Man findet immer etwas zu essen; im Winter kann man z.B. an vielen Ständen Maronen kaufen, die sehr sättigend sind. Es ist bis jetzt noch nie vorgekommen, dass ich unterwegs hungern musste.

Wie reagieren Freunde, Bekannte darauf?
Anfangs haben sich meine Freunde und Bekannten immer nach meinen Beweggründen erkundigt, aber heute wo die meisten wissen, dass ich vegan lebe, fragt kaum einer mehr nach.

Haben Sie in ihrem Umfeld jemanden dazu bewegt, vegan zu werden?
Vielleicht nicht direkt 100% vegan, aber viele Freunde und Bekannte kochen gelegentlich vegan. Ich finde jeder noch so kleine Schritt zählt.

Wie sieht die finanzielle Seite aus? Empfinden Sie die vegane Lebensweise als teurer?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn man selber kocht und frische Sachen verwendet, es recht günstig ausfällt. Was eher teuer ist, sind  die veganen Fertigprodukte, die aber auch als nicht vegane Fertigprodukte teuer sind. Da bei einer pflanzlichen Ernährung die kostenintensiven Fleisch- und Milchprodukte wegfallen, macht sich im finanziellen Bereich keine Veränderung bemerkbar.

Wie meistern Sie auswärtigen Anlässe (Büroessen, Weihnachtsessen usw.)?
Das erfordert eine gute Planung. Man muss sich mit den Veranstaltern absprechen und ihnen mitteilen, dass man sich vegan ernährt und sie darauf Rücksicht nehmen müssen und nicht in einem Steakhouse Plätze reservieren.

Warum wird aus Ihrer Sicht die vegane Ernährung von der Gesellschaft nicht stärker gefördert oder anerkannt?
Ich denke, viele Menschen sind damit aufgewachsen und betrachten den Konsum von tierischen Produkten als „normal“. Wenn man in der Geschichte zurückreist, sieht man, dass die Sklaverei auch als „normal“ empfunden wurde und heute würde sie kein  Mensch mehr unterstützen. Beim Frauenstimmrecht war es dasselbe. Bereits früher waren es nur wenige, die dafür einstanden. In einer ähnlichen Situation befinden wir uns heute mit dem Veganismus. Aus meiner Sicht gibt es so viele gute Gründe, die für eine vegane Lebensweise sprechen, dass früher oder später ein gesellschaftlicher Wandel die Folge sein wird.

Denken Sie, dass uns bewusst eine falsche Ernährungslehre vermittelt wird? Falls ja, warum?
Ja, absolut. In den asiatischen Ländern, wo früher vergleichsweise zur westlichen Welt keine Milch und wenig Fleisch konsumiert wurden, kannte man auch kaum Zivilisationskrankheiten. Heute, wo sie die Ernährungsform des Westens anpassen, steigen auch die Zahlen der Zivilisationskrankheiten. Ich sehe da einen direkten Zusammenhang mit den Krankheiten und der falschen Ernährungsform. Die Ernährungsform wird durch Werbung von der Fleisch- und Milchindustrie stark gefördert, weil sie das nötige Kapital dafür haben, aber diese Ernährungsform ist ein kompletter Widerspruch zu den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Es ist unbestritten, dass unsere Vorfahren Fleisch assen. Warum sehen Sie es heute nicht mehr als „natürlich“, Fleisch zu konsumieren?
Erstens sollte man vielleicht erwähnen, dass unsere Vorfahren nur in sehr geringem Mass Fleisch konsumierten. Sie assen nicht, wie in der heutigen Zeit, täglich Fleisch. Und heute wo es wissenschaftlich bewiesen ist, dass eine pflanzliche Kost gesünder ist, sehe ich keinen Grund mehr für den Konsum von Fleisch. Wie bereits erwähnt, könnte man heute viele Probleme lösen, indem man aufhört, Fleisch zu essen.

Wie steht es mit dem Umsatz in Ihrem Laden? Gibt es genug vegane Anhänger um den Laden sorgenfrei zu führen?
Es ist allgemein nicht einfach als kleiner Lebensmittelladen zu bestehen. Das hängt aber in erster Linie mit dem Produkt „Lebensmittel“ zusammen und nicht ob es vegan ist oder nicht.

Wie erziehen Sie oder werden Sie ihre Kinder im Bezug auf die Ernährung und Konsum von tierischen Produkten erziehen?
Da ich überzeugte Veganerin bin und da man sich für seine Kinder immer nur das Beste wünscht, werde ich sie selbstverständlich ohne den Konsum von tierischen Produkten erziehen.

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Du warst die erste, die einen rein veganen Laden in der Schweiz eröffnet hat. Wie fühlt sich das an?
Das war damals sehr aufregend! Allerdings habe ich inzwischen erfahren, dass es vor Jahren in Bern schon mal einen veganen Laden gegeben hat. Dieser musste jedoch leider seine Tore wieder schliessen – die Zeit war damals wohl noch nicht wirklich reif. Wir sind aber stolz darauf der erste rein vegane Laden in Zürich zu sein!

Wie hat es sich angefühlt als du zum ersten Mal die Tür geöffnet hast zu Eva's Apples, den ersten rein veganen Laden in der Schweiz?
Da wir einen bestehenden Bioladen gekauft haben waren viele Produkte schon vorhanden. Wir haben einfach nach einer kurzen Übergangsphase alle nicht veganen Produkte aus dem Sortiment genommen. Und jetzt kommen natürlich immer mehr spezielle vegane Produkte dazu. So konnten wir ein kleines veganes Paradies erschaffen.

Was hat dich dazu inspiriert einen veganen Laden zu eröffnen?
Als ich vor einiger Zeit selbst Veganerin wurde, fand ich es etwas umständlich immer die Zutatenliste der Lebensmittel studieren zu müssen um sicher zu gehen, dass keine tierischen Bestandteile vorhanden sind. Ich war erstaunt wie vielen Produkten beispielsweise Milchpulver, Karmin - welches aus Schildläusen gewonnen wird, Butter oder ähnliches unnötigerweise beigemischt wird. Da entstand zum ersten Mal der Wunsch nach einem rein veganen Laden, wo Veganerinnen und Veganer wie ich, nach Lust und Laune entspannt einkaufen können.
Ich habe ausserdem gehört, dass es in verschiedenen deutschen Städten schon solche rein veganen Läden gibt, das hat mich inspiriert auch in der Schweiz einen veganen Laden aufzumachen. Als erster veganer Laden in Zürich gehört Eva’s Apples somit zu den Pionieren der veganen Bewegung.
Mit dem Laden möchte ich zeigen wie viele leckere, vegane Produkte es gibt, und dass ein genussvolles Leben ohne Tierleid möglich und relativ unkompliziert ist. 

Wie lange lebst du schon vegan und was bedeutet es für dich vegan zu leben?
Ich lebe seit September 2012 konsequent vegan und diese Entscheidung noch nie bereut. Ich  könnte mir auch nicht vorstellen jemals wieder Tierleidprodukte zu essen.

Wie war der Übergang von deinem vorigen Lebensstil zu einem veganem Lebensstil? Wo tauchten Schwierigkeiten auf, musstest du auf Dinge verzichten?
Ich wollte mir richtig viel Zeit für den Umstieg nehmen und habe dafür ein ganzes Jahr eingeplant. Allerdings habe ich schon nach wenigen Monaten gemerkt, dass es gar nicht so schwierig oder kompliziert ist sich vegan zu ernähren. Da hatte ich einfach, wie wohl die meisten, zu viel Vorurteile. Der Umstieg hat sogar richtig Spass gemacht, weil ich so viele neue Rezepte kennengelernt habe und viele neue Gemüse oder Früchtesorten.

Wenn du zum Essen eingeladen wirst, machst du da aus sozialen Gründen Ausnahmen was deine vegane Ernährung betrifft?
Nein, Ausnahmen mache ich nicht. Dann esse ich lieber nichts, als einem Lebewesen zu schaden.

Notfall Snack dabei?
Für Unterwegs habe ich meist Nüsse und Trockenfrüchte dabei. Inzwischen weiss ich aber auch wo ich mich unterwegs vegan verpflegen kann. Immer mehr Restaurants und TakeAways bieten vegane Speisen und Getränke an. 

Gab es seit der Umstellung auf eine vegane Lebensweise Veränderungen auf körplicher, geistiger oder emotionaler Ebene?

Auf die Gesundheit bezogen hat sich nichts verschlechtert, eher im Gegenteil, ich fühle mich viel aktiver, leichter und meine Schlafqualität hat sich deutlich verbessert. Ich fühle mich einfach allgemeinen besser, was sicher auch damit zusammenhängt, dass ich, seit ich auf tierische Produkte verzichte, ein reineres Gewissen habe.

Ich hab gesehen, dass du veganes Tierfutter verkaufst. Ist es dir wichtig dass Tiere vegan ernährt werden? Katzen und Hunde sind doch von Natur aus typische Fleischesser.
Von Natur aus gäbe es Hunde und Katzen gar nicht. Diese wurden aus Wildtieren über Jahrtausende zu Haustieren herangezüchtet. Hunde und Katzen in Wohnungen zu halten hat nichts mit der ursprünglichen Natur dieser Tiere zu tun. Von Natur aus würde eine Katze auch nie ein Rind fressen. Ich finde es einfach fragwürdig die sogenannten Haustiere zu streicheln und zu verwöhnen und dafür die sogenannten Nutztiere zu töten.
Ob ein Tier in die Kategorie Nutztier oder Haustier fällt ist total willkürlich und kulturell bedingt. Diese „Kultur“ müssen wir endlich hinterfragen und die Leidensfähigkeit und den Lebenswunsch aller Tiere anerkennen. Ein Tier hat nichts anderes als das nackte Leben. Umso schlimmer, wenn wir uns anmassen ihm dieses Leben einfach nehmen zu können.

Was hälst du von Zoo/Zirkusse?
Ich unterstütze keine Zur Schaustellung von wehrlosen Tieren und finde es auch wirklich beschämend, dass es Zoos oder Zirkus mit Tieren im 21. Jahrhunderts noch gibt. Vielleicht sollte man wissen, dass in der Schweiz noch in den sechziger Jahren Menschen im Zoo Zürich in sogenannten Völkerschauen zu bestaunen wahren. Es waren Personen aus Afrika. Viele von ihnen starben hier .

In Indien gibt es eine Sekte die Jains, die mit Mundschutz und Bässen rumlaufen, damit sie keine Insekten verschlucken oder zertreten. Selbst beim Anbau von Gemüse werden Tiere getötet. Gibt es wirklich 100% vegan? Wo setzt du die Grenzen?
Ich versuche einfach mein bestes zu tun. Wenn ich eine Schnecke überfahre oder so tut es mir schon leid, aber absichtlich würde ich kein Insekt töten. Bei Motten suche ich aber immer noch nach einer Lösung! Das ist nicht so einfach, aber wir sind meiner Meinung nach auf dieser Welt um uns zu bemühen. Perfektion können wir dann in anderen Sphären erreichen ;-).

Welche Nachteile bringt eine vegane Lebensweise mit sich (finanziell, sozial)?
Als Nachteil empfinde ich, dass ich mein Leben besser organisieren muss, also eben einen Notfallsnack dabei haben sollte oder vor einem Restaurantbesuch zuerst das Personal briefen muss. Diese Nachteile nehme ich aber gerne in Kauf, wenn ich damit den Tod und das Leiden von Tieren vermeiden kann.

Würdest du deine Kinder vegan ernähren oder sie selbst entscheiden lassen?

So lange meine Kinder nicht selbst entscheiden können würde ich sie vegan ernähren. Allen die das ebenfalls tun möchten rate ich allerdings sich sehr gut zu informieren.

Ist für dich eine vegane Ernährung automatisch auch eine gesündere Ernährung?
Nicht unbedingt. Man muss schon darauf achten dass man sich ausgewogen ernährt und viel frisches Obst und Gemüse in die Ernährung einbaut. Pommes Chips sind auch vegan, aber wenn man sich nur davon ernährt hat man logischerweise nicht genug Mineralstoffe und Vitamine.

Die vegane Supermarktkette Veganz aus Deutschland plant 2015 in die Schweiz zu kommen. Wie gehst du mit dieser Konkurrenz um? Wie geht's weiter für Eva's Apples?
Als wir Eva’s Apples eröffnet haben, wollte Veganz schon im 2014 nach Zürich kommen. Bisher ist das aber noch nicht geschehen und wir schauen einfach von Tag zu Tag wie weiter.

Wie spielst du sonst noch eine Rolle in der vegane Bewegung
?
Wenn ich Zeit habe, versuche in mich an Aktion zu beteiligen oder gehe flyern. Ich denke mit dem Laden bewirken wir aber auch schon ganz schön viel. So können die Leute sehen wie gross die Auswahl an veganen Lebensmitteln ist. So helfen wir gängige Vorurteile abzubauen.

Was sind deine Wünsche für die Zukunft
?
Ich wünsche mir, dass möglich viele Menschen versuchen die Tradition der Tierausbeutung zu hinterfragen und sich fragen, ob für ein Glas Milch oder ein Frühstücksei Tiere sterben dürfen. Viele Menschen sind einfach nicht informiert wie die Nutztierhaltung, übrigens auch die Bio-Nutztierhaltung funktioniert. Schön wäre es, wenn die Leute wenigsten den Mut hätten sich zu informieren.

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Wie ist es zu diesem kleinen Laden mitten in Zürich gekommen?
Als ich im 2012 selbst Veganerin wurde, fand ich es etwas umständlich immer die Zutatenliste der Lebensmittel studieren zu müssen um sicher zu gehen, dass keine tierischen Bestandteile vorhanden sind. Ich war erstaunt wie vielen Produkten beispielsweise Milchpulver, Karmin - welches aus Schildläusen gewonnen wird, Butter oder ähnliches unnötigerweise beigemischt wird. Da entstand zum ersten Mal der Wunsch nach einem rein veganen Laden, wo Veganerinnen und Veganer wie ich, nach Lust und Laune entspannt einkaufen können.
Ich habe ausserdem gehört, dass es in verschiedenen deutschen Städten schon solche rein veganen Läden gibt, das hat mich inspiriert auch in der Schweiz einen veganen Laden aufzumachen. Als erster veganer Laden in Zürich gehört Eva’s Apples somit zu den Pionieren der veganen Bewegung.
Mit dem Laden möchte ich zeigen wie viele leckere, vegane Produkte es gibt, und dass ein genussvolles Leben ohne Tierleid möglich und relativ unkompliziert ist.  

Was waren entscheidende Gründe, einen veganen Laden zu eröffnen? Gab es Überlegungen, die gegen diesen Schritt gesprochen hätten?
Überlegungen dagegen habe ich mir nicht gemacht, sonst wäre es wahrsch. gar nicht zur Eröffnung gekommen. Ein kleiner Laden im Lebensmittelhandel wird nie eine Goldgrube sein und ist ein ideologisches Projekt und rein rational und rein rechnerisch eher unsinnig.

Wie hat sich Ihr Geschäft seit Eröffnung entwickelt? Sind Sie zufrieden? Warum (nicht)?
Wie schon gesagt, finanziell hat es ein kleiner Laden im Lebensmittelbereich sehr schwer. In den letzten Jahren haben Migros und Coop ebenfalls die vegane Kundschaft entdeckt und das macht es für uns nicht einfacher. Wir bereuen aber in keinster Weise diesen Schritt gewagt zu haben. Viele Kunden lassen sich bei uns beraten wenn sie die vegane Lebensweise kennenlernen oder ganz umsteigen möchten. So gesehen leisten wir also Unterstützung zu einer fleischlosen Lebensweise. 

Ist die vegane Ernährung aus Ihrer Sicht nur ein Trend oder Teil einer nachhaltigen Entwicklung? Warum (nicht)?
Ich denke dass vegan das neue Bio ist. Bio war vor 20 Jahren ebenfalls ein „Trend“ und ist heute alltäglich. So wird auch die vegane Lebensweise in der Gesellschaft ankommen. Das braucht einfach noch viel Aufklärungsarbeit und Zeit.

Wussten Sie, dass es in der Schweiz bio-vegan wirtschaftende Betriebe gibt? Besteht Ihrerseits Interesse an bio-vegan erzeugten Lebensmitteln? Warum (nicht)?
Wenn immer möglich, bevorzugen wir biologische und fair-gehandelte Produkte von kleinen Produzenten.

Sehen Sie in der Schweiz einen erfolgversprechenden Markt für bio-vegan erzeugte Lebensmittel? Wären Sie bereit, diese in das Sortiment aufzunehmen und entsprechend zu kennzeichnen? Welche Bedingungen müssten hierfür erfüllt sein?
Ja es wäre super, wenn es Produkte aus bio-veganer-Landwirtschaft gäbe. Diese würden wir sicher bevorzugen obwohl ich denke dass viele Kunden noch kein Bewusstsein dafür hätten. Am einfachsten wäre ein Label welches klar kennzeichnet, dass die Produkte aus rein bio-veganer-Landwirtschaft sind und dies auch jeweils kontrolliert würde.

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Wie lange betreiben sie schon ihren Veganen Laden?
Seit 2013

Was bieten sie ihren Kunden als Ergänzungen zu Protein ausser Tofu, Seiten und Soja Produkte an?
Es gibt speziell für Sportler, Hanfprotein, Erbsenprotein, Lupinen usw. diese sind meist in Pulverform und als Nahrungsergänzungsmittel. Allerdings wird das Thema Protein meist überbewertet, da wir in der Regel kaum eine Unterversorgung an Proteinen haben. Viel häufiger ist eine Überversorgung an tierischen Proteinen welche Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislaufkrankheiten, Diabetes, Krebst usw. fördert.

Welche Produkte verkaufen sie am meisten ?
Sehr gut verkaufen sich pflanzliche Milchalternativen, veganer Käse und vegane Brotaufstriche bzw. Aufschnitte

Welche verkaufen sie am wenigsten?
Spezielle Produkte für Kenner wie zB Verjus. Das ist eine Essigalternative aus grünen Weintrauben.

Was hat sie veranlasst einen veganen laden zu eröffnen?
Als ich im 2012 selbst Veganerin wurde, fand ich es etwas umständlich immer die Zutatenliste der Lebensmittel studieren zu müssen um sicher zu gehen, dass keine tierischen Bestandteile vorhanden sind. Ich war erstaunt wie vielen Produkten beispielsweise Milchpulver, Karmin - welches aus Schildläusen gewonnen wird, Butter oder ähnliches unnötigerweise beigemischt wird. Da entstand zum ersten Mal der Wunsch nach einem rein veganen Laden, wo Veganerinnen und Veganer wie ich, nach Lust und Laune entspannt einkaufen können.
Ich habe ausserdem gehört, dass es in verschiedenen deutschen Städten schon solche rein veganen Läden gibt, das hat mich inspiriert auch in der Schweiz einen veganen Laden aufzumachen. Als erster veganer Laden in Zürich gehört Eva’s Apples somit zu den Pionieren der veganen Bewegung.
Mit dem Laden möchte ich zeigen wie viele leckere, vegane Produkte es gibt, und dass ein genussvolles Leben ohne Tierleid möglich und relativ unkompliziert ist.  

Sind ihre Mitarbeiter selbst vegan?
Mehrheitlich schon, ist aber keine Bedingung um bei uns zu arbeiten. Wichtiger ist, dass man offen gegenüber der veganen Lebensweise ist und die veganen Produkte kennt.

Sind schon Menschen zu ihnen gekommen die frisch auf die vegane lebensweisse oder Vegane Lebensweise gewechselt haben die sie nach Tipps und Ratschläge gefragt?
Ja ganz viele Kunden lassen sich bei uns beraten wenn sie die vegane Lebensweise kennenlernen oder ganz umsteigen möchten.

Wenn ja, welche sind die meist gestellte fragen?
Die Menschen sind unsicher welche Alternativen es zB zu Eiern, Käse, Milch und Fleisch gibt. Wir zeigen die verschiedenen und beliebtesten Alternativen auf.

Vegane kleiden und pflegen sie auch Vegan, wie muss man sich das vorstellen?
Vegan lebende Menschen verzichten auf Pelz, Leder und Wolle, Seide und andere Materialien. Für all diese Produkte müssen Tiere gefangen gehalten und wenn nicht getötet, so misshandelt werden.

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Wann und Wieso hast du dich dazu entschlossen so zu leben?
Bevor ich Veganerin wurde, wusste ich überhaupt nicht, dass solch eine Lebensweise existiert. Es ist mir zu Ohren gekommen, dass sich jemand einen Buchtitel tätowieren liess und weil mir das sehr ungewöhnlich erschien, erweckte es meine Neugierde. Das Buch trug den Titel „Tiere essen“ und wurde vom amerikanischen Autoren Jonathan Safran Foer verfasst. Ich kaufte mir das Buch und nach dem ich es gelesen hatte, begann ich zu hinterfragen, warum wir gewisse Tiere essen und andere als Haustiere verwöhnen. Man hat uns schon von klein auf beigebracht, dass man seine Macht gegenüber den Schwächeren nicht ausnutzen sollte. Aber genau das machen wir mit den sogenannten „Nutztieren“ und von dem wollte ich kein Teil mehr sein.

Wie lange ernährst du dich schon vegan?
Ich ernähre mich seit 2012 vegan. Vegetarisch zu leben stand für mich ausser Frage, da auch die vegetarische Lebensweise Tierleid und Tod verursacht. Ich habe mir für den Umstieg ein ganzes Jahr eingeplant, jedoch bin ich bereits nach wenigen Monaten auf eine komplette vegane Lebensweise umgestiegen, da es einfacher war als ich dachte.

Welche Vorteile hat für dich das vegane Leben?
Ich fühle mich viel aktiver, leichter und meine Schlafqualität hat sich deutlich verbessert. Ich fühle mich einfach allgemeinen besser, was sicher auch damit zusammenhängt, dass ich, seit ich auf tierische Produkte verzichte, ein besseres Gewissen habe.

Gibt es auch Nachteile für dich persönlich?
Es ist eine gewisse Einschränkung, weil man besser planen muss. Vor allem wenn man unterwegs ist, muss ich damit rechnen, dass ich nicht immer etwas zu essen finde und deshalb sorge ich dafür, dass ich immer etwas dabei habe. Eine Einschränkung ist es in dem Sinne, weil nicht überall vegane Nahrungsmittel verfügbar sind. Aber die Möglichkeiten werden immer besser, weil verschiedene Lebensmittelgeschäfte vegane Produkte in ihr Sortiment aufnehmen. Man findet immer etwas zu essen; im Winter kann man z.B. an vielen Ständen Maronen kaufen, die sehr sättigend sind. Es ist bis jetzt noch nie vorgekommen, dass ich unterwegs hungern musste.

Wie hat dein Umfeld reagiert?
Anfangs haben sich meine Freunde und Bekannten immer nach meinen Beweggründen erkundigt, aber heute wo die meisten wissen, dass ich vegan lebe, fragt kaum einer mehr nach. Die Leute wollen auch nicht damit konfrontiert werden, dann können sie einfach so weitermachen wie bisher und müssen sich nicht mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinandersetzten – was natürlich viel bequemer ist.

Kämpfst du oft mit Vorurteilen von Kritikern oder triffst du eher auf Verständnis und wie reagierst du darauf?
Es gibt etliche Gründe, warum ich eine vegane Ernährung sehr empfehlen kann. Da wären sicher mal die gesundheitlichen Vorteile, die eine pflanzliche Ernährung mit sich bringt. Heute ist aus verschiedenen Studien bekannt, dass der Verzehr von tierischen Produkten viele Krankheiten begünstigt wie z.B. Allergien, Krebs, Herzerkrankungen u.s.w.

Viele Menschen lassen sich auch viel zu stark von der Fleisch-und Milchindustrie beeinflussen, denn es wurde bis heute nicht bewiesen, dass Fleisch und Milch für uns gesund sind.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Ethik. Ich sehe es nicht ein, warum wir Menschen uns über die Tiere stellen uns sie so schlecht behandeln, nur weil wir offenbar intelligenter sind. Eines Tages könnte eine intelligentere Spezies auf unseren Planeten kommen und dann würden wir auch nicht wollen, dass sie mit uns so umgehen wie wir mit den Tieren.

Ein weiterer sehr grosser Aspekt  ist die Umwelt, die durch die vegane Ernährung stark geschont würde. Man holzt riesige Regenwaldflächen ab für den Anbau von Soja und Mais, die man anschliessend den Tieren verfüttert. Auf der anderen Seite verhungern Menschen, die nicht genügend Nahrung kriegen. Deswegen finde ich die Umwelt und den Welthunger zwei sehr entscheidende Argumente, die für eine pflanzliche Ernährungsweise sprechen. Der enorme Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung durch die Tierhaltung sind weitere Stichworte – ganz zu schweigen von den leergefischten Meeren.

Wie machst du das wenn du mit Freunden essen gehen möchtest, welche nicht vegan leben? Gibt es auch in normalen Restaurants vegane Speisen?
Das erfordert eine gewisse gute Planung. Man muss sich mit den Veranstaltern absprechen und ihnen mitteilen, dass man sich vegan ernährt und sie darauf Rücksicht nehmen müssen und nicht in einem Steakhouse Plätze reservieren.

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