Ayurveda wird oft mit Wellness und Indien verbunden. Doch was beinhaltet die ayurvedische Ernährung genau? Ayurveda heisst übersetzt aus dem Sanskrit das Wissen vom Leben. Die Ernährung spielt dabei eine entscheidende und grosse Rolle. Die Devise ist: Du bist, was du verdaust. Es gibt prinzipiell keine schlechten oder verbotenen Nahrungsmittel. Je nach persönlicher Konstitution ist etwas empfehlenswert oder eben weniger. Das Wohlbefinden und die Gesundheit ist oberste Priorität.

 


Die Ansicht von Gesundheit ist ganzheitlich und beinhaltet Körper, Geist und Seele. Wenn alles im Einklang ist, gilt der Mensch als gesund. Die Verdauungskraft wird als Feuer (Agni) gesehen und sollte vor der Nahrungsaufnahme gut brennen, damit alles optimal verdaut wird und keine Schlackenstoffe entstehen. Doch wie merkt man, ob das sogenannte Verdauungsfeuer gut brennt oder nur lodert? Das Hungergefühl und der nachfolgende Verdauungsprozess mit der dazugehörigen Ausscheidung stellen einen guten Indikator zur Beurteilung dar. Ist der Appetit mal zu wenig und lodert dabei das Feuer nur, können erwärmende Gewürze oder Tees helfen die Verdauung in den Schwung zu bringen und das Feuer zu entfachen. Hierzu wird zum Beispiel Ingwertee durch den Morgen verteilt bis zum Mittagessen empfohlen. Am Mittag sollte grundsätzlich die grösste Mahlzeit eingenommen werden. Dann ist die Verdauungskraft am stärksten. Auch Rohkost und schwer verdauliche Nahrungsmittel stellen am Mittag kein Problem dar. Am Morgen und Abend sind jedoch eher gekochte und leichte Kost gut für den Körper.

Ayurveda und dessen Ernährungsprinzipien ist eine komplexe Wissenschaft, welche man jedoch mit einfachen Mitteln und Grundsätzen in den Alltag integrieren kann. Einen wichtigen Aspekt bilden dabei auch die Gewürze. Sie können nebst der Geschmacksveränderung heilend wirken und zum Beispiel Verdauungsbeschwerden lindern. In der Ernährungsberatung kann man genauer auf solche Beschwerden eingehen. Auch die persönliche Konstitutionsbestimmung wird durch eine genaue Anamnese erhoben und setzt sich aus der Grundkonstitution (genetisch veranlagt)und dem momentanen Zustand (Befinden und Lebensstil) zusammen. Die drei Konstitutionstypen nennen sich Vata, Pitta und Kapha und sind mit den Elementen verbunden. Die Erhebung der Konstitution ist ein elementarer Teil in der ayurvedischen Ernährungslehre. Ganz nach dem Motto: Du bist, was du verdaust wird ein Ernährungsplan individuell und persönlich angepasst.

Nebst den Ernährungsrichtlinien gibt es sogenannte Routinemassnahmen, welche man in den Alltag integrieren kann. Zum Beispiel gilt das Ölziehen am Morgen nach dem Aufstehen gilt als Detox für den Körper. Das Öl bindet die Gifte im Mundraum, welche sich während des Entschlackungsprozesses der Nacht angesammelt haben. Hierzu einfach z.B Olivenöl in den Mund nehmen und durch den Mund/Zähne ziehen und wieder ausspucken. Achtung, es ersetzt nicht das Zähneputzen!

Für die Dusche von innen sollte man nach dem Aufstehen zwei Gläser Wasser auf nüchternen Magen trinken. Diese Morgenrituale lassen sich individuell und beliebig ausbauen oder ändern. Auch am Abend gibt es diverse Rituale, welche einen guten Schlaf fördern. Zum Beispiel 2-3h vor dem Schlafen nichts Essen und die Füsse mit wärmendem Sesamöl einmassieren für einen tiefen, gesunden Schlaf. Am besten fängt man erstmals mit eins bis zwei Änderungen im Alltag an, damit man es auch eine gewisse Zeit durchhält und man die positiven spürbaren Effekte hat.

Im Bezug zur veganen Ernährung kam mir immer wieder der Begriff Ahimsa in den Sinn, was Gewaltlosigkeit bedeutet. Es ist eine Verhaltensregel aus dem Sanskrit, welche untersagt andere Lebewesen zu Töten oder Gewalt anzutun. Darum erachte ich die Verbindung zwischen Ayurveda und Veganismus als sehr spannend. Dieser Grundgedanke wird vor allem auch in der Yogawelt gelebt. Dennoch gilt es zu sagen, dass die ayurvedische Ernährung prinzipiell nicht vegan ist. Der Milch und allgemein den tierischen Produkten wird einen aufbauende und nährende Eigenschaft nachgesagt. Nur kann man die heutige Tierhaltung, Milch- und Fleischproduktion, ja auch unsere Lebensart ist nicht mehr mit einer von vor tausenden von Jahren vergleichen. Ich bin überzeugt und weiss, dass man auch in pflanzlichen Lebensmitteln eine Menge aufbauende und nährende Lebensmittel finden kann. Es ist jedoch sehr wichtig sich damit zu befassen und sich zu informieren, um eine ausgewogene Ernährung ohne Mangelerscheinungen zu gewährleisten. Dies gilt jedoch in jeder Ernährungsform.

Die Wahl der Ernährungsform eine sehr persönliche Entscheidung, welcher jeder selbst in die Hand nehmen muss und für sich entscheidet. Eines stimmt aber immer: Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist mit frischen, saisonalen und unverarbeiteten Produkten gekocht. Am besten frisch gegessen und mit viel Liebe zubereitet.

Dieser Blog-Gastbeitrag wurde von ElaVeda verfasst. Sie ist Blogverfasserin, gelernte Notfall-Pflegefachfrau, Ayurveda Ernährungs- und Gesundheitscoach und mag Reisen, Essen und Yoga. Kontakt: manuelazueger@gmx.ch

Möchtest du auch bei uns als Gast-BloggerIn mitwirken? Dann schicke uns einen Beispiel-Blogbeitrag und kontaktiere uns unter info|at|evas-apples.ch