Im ersten Teil 1 Vegan und Ayurveda Blogs haben wir uns der Definition von Ayurveda gewidmet. Was ist Ayurveda überhaupt? Was beinhaltet der ayuredische Lebensstil in puncto Ernährung und Tagesablauf? Und wo sind parallelen der ayurvedischen Ernährungsform zum Veganismus zu sehen?

Im aktuellen und zweiten Artikel erfahrt ihr mehr über die elementare Konstitutionsbestimmung in der ayurvedischen Ernährungsberatung. Was nährt mich zum Wohlbefinden und was sollte ich eher meiden?


Ayurveda und die Typenbestimmung
Die Theorie der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha ist das Fundament des Ayurveda. Im menschlichen Körper manifestieren sich die fünf Elemente (Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde) als biophysikalische Wirkungsprinzipien, welche als Doshas (Vata, Pitta, Kapha) bezeichnet werden. Sie bilden die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele und bestimmen und regeln die Funktionen des Körpers, des Geistes und des Bewusstseins.


Das Bewegungsprinzip VATA besteht setzt sich aus den zwei Elementen Luft und Raum zusammen, es ist das feinstofflichste aller drei Prinzipien. Seine Eigenschaften sind leicht, trocken, kalt und beweglich.Der Vata-Typ hat meist einen schlanken, eher knochigen Körper, er ist kreativ, entscheidet gerne aus dem Impuls, er spürt viel und kann auch manchmal vergesslich oder chaotisch sein. Bei Hungergefühl wird er nervös aber er vergisst auch mal eine Mahlzeit. Seine körperlichen Schwachstellen sind aufgrund der Kälte und Trockenheit Problemen im Bewegungsapparat (Bandscheiben, Arthrose…), oft leidet er an einer unregelmässigen Verdauung (Blähungen, Verstopfung) oder auch an Nervenschwäche (Sorgen, Ängste, Schlafstörungen etc.).


PITTA
besteht aus dem Element Feuer, mit ein wenig Wasser – es ist im Körper für sämtliche Transformationsprozesse (u.a. den Stoffwechsel) verantwortlich. Dieses Hitzeprinzip hat die Eigenschaften heiss, leicht ölig, sauer, flüssig und scharf. Pitta-Typen sind oft athletisch gebaut und von mittlerer Statur, ein „feuriger Blick“ verrät oft ein vorherrschendes Pitta. Sie treiben gerne Sport, sind beweglich und zielorientiert. Entscheidungen werden mit Vernunft getroffen und der Pitta-Mensch brilliert gerne als guter Redner oder mitreissender und intelligenter Gruppenleiter. Auf Hungergefühl regiert er mit Ungeduld und im Prinzip lässt er keine Mahlzeit aus. Gesundheitliche Schwachstellen treten in Form von Entzündungen im Köper oder Übersäuerungen auf, er neigt zu frühzeitigem Ergrauen und Haarausfall. Aus den Elementen Wasser und Erde setzt sich das Erhaltungsprinzip

KAPHA zusammen. Es wird als kalt, unbeweglich, schwer, schleimig und weich beschrieben. Kapha-Menschen haben einen starken Körperbau, runde weiche Formen, sie neigen zu Übergewicht und Verschleimung. Der Kapha-Mensch liebt Routine und hasst Stress. Das Prinzip der Erhaltung und Ansammlung werden wir bei ihm in allen Lebensbereichen finden. Er ist ein zufriedener, friedlicher und geselliger Mensch und als treuen Freund beliebt. Die wenigsten Menschen lassen sich nur einem eindeutigen Konstitutionstyp zuordnen, sondern sie sind faszinierende Mischungen aus Vata, Pitta und Kapha. Ein „Mischtyp“ kann sich auch in einer unterschiedlichen Prägung der körperlichen und geistigen Anlagen zeigen. Die richtige Ernährungsform ist dann oft wie ein Mosaik, in das auf ganzheitliche Weise die differenzierten Bedürfnisse der Person (Verdauungskraft, körperliche und emotionale Anlagen) verwebt sind.

Welcher Konstitution tut was gut?

Jedes Nahrungsmittel und jede Geschmacksrichtung wirkt sich unterschiedlich auf die Doshas aus. Für die ayurvedische Ernährung ist es daher Voraussetzung, dass du deinen Konstitutionstyp kennst und dich entsprechend ernährst. Mit dem Hintergrund der drei Grundtypen und ihrer Mischtypen erklärt sich auch, warum zwei Menschen völlig unterschiedlich auf die gleichen Nahrungsmittel reagieren können. Aber wer braucht was? Zunächst ein grober Überblick, wem was gut tut:
Vata-Typ: Für ihn sind regelmäßige, warme Mahlzeiten und Getränke empfehlenswert. Er sollte blähende und stark gewürzte Gerichte meiden und stattdessen auf süße, saure und salzige Jedes Nahrungsmittel und jede Geschmacksrichtung wirkt sich unterschiedlich auf die Doshas Nahrungsmittel zurückgreifen.
Pitta-Typ: Er sollte vorsichtig mit Kaffee, Alkohol sowie Gewürzen sein und scharfe wie ölige Nahrungsmittel meiden. Er verträgt süß, bitter und herb besonders gut.
Kapha-Typ: Er sollte alle fetten, gebratenen und schweren Nahrungsmittel sowie Süßspeisen und Milchprodukte meiden. Scharfe, bittere und zusammenziehende Nahrungsmittel sind für ihn empfehlenswert.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen
Im Ayurveda spielt die Verdauung eine zentrale Rolle. Um sie positiv zu beeinflussen, gibt die ayurvedische Ernährungslehre einige Grundsätze vor. So solltest du beispielsweise süße Speisen vor den Hauptmahlzeiten essen, da sie nur schwer zu verdauen sind. Rohes Obst sollte generell nicht mit anderen Lebensmitteln verzehrt werden, da es starke Gärungsprozesse auslöst. Kartoffeln, Teigwaren, Getreide und Fette kombinierst du optimalerweise mit Salat und Gemüse. Rohkost spielt in der ayurvedischen Küche kaum eine Rolle. Die meisten Speisen werden gekocht. Die Auswahl der Lebensmittel ist spannend für den veganen Lebensstil, da nach ayurvedischer Tradition „vor allem pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkorngetreideprodukte und Nüsse eine große Rolle spielen.

Die folgenden Ratschläge gelten nicht nur im Ayurveda für alle Doshas, sondern entsprechen auch den Empfehlungen hiesiger Ernährungsexperten:

- Esse nur bei Hunger und verzichte auf Zwischenmahlzeiten.
- Zwischen den Mahlzeiten sollten drei Stunden liegen.
- Nimm dir Zeit fürs Essen.
- Verwende vorwiegend frische, heimische Produkte.
- Esse in angenehmer Atmosphäre, am besten gemeinsam mit anderen Menschen.
- Versuche, verschiedene Arten des Essens anzuwenden: kauen, lecken, saugen, beißen
- Vermeide kalte Getränke zu warmen Speisen. Besser ist warmer Tee oder lauwarmes Wasser. Am besten nur schluckweise trinken während dem Essen, um den Verdauungssaft und damit die Verdauungskraft nicht zu verringern.


Im nächsten und letzten Teil widmen wir uns dem Thema Agni (Verdauungskraft) und die ayurvedischen Reinigungsformen.

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Dieser Blog-Gastbeitrag wurde von ElaVeda verfasst. Sie ist Blogverfasserin, gelernte Notfall-Pflegefachfrau, Ayurveda Ernährungs- und Gesundheitscoach und mag Reisen, Essen und Yoga. Kontakt: manuelazueger@gmx.ch

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