Was, wenn man resigniert angesichts des desolaten Zustands der Welt? Wenn man selbst vegan lebt und andere davon überzeugt, dies gleichzutun, wenn man aktiv Tierschutz betreibt, seinen ökologischen Fussabdruck senkt, sich als Umweltaktivist/in engagiert – und sich doch machtlos fühlt ob der überwältigenden Konsum- und Verschwendungssucht unserer „zivilisierten“ Gesellschaft.
So geht es Vincent, dem Protagonisten des gleichnamigen Films von Christophe Van Rompaey, der am 4. Mai 2017 in die Deutschschweizer Kinos kommt.
Vincent ist derart verzweifelt ob der Ohnmacht, die er verspürt, dass er auf eine radikale Lösung kommt: Öffentlicher Selbstmord. In der doch leicht melodramatischen Gefühlswelt eines Teenagers gefangen, wähnt er seinen geplanten Suizid als Win-Win Situation: Verschwindet er als Konsument vom Erdball, so senkt er seinen ökologischen Fussabdruck tatsächlich gen null. Im Gegenzug muss er das Elend der Welt nicht mehr mit ansehen und darf mit dem guten Gefühl aus dem Leben scheiden, ein Signal gesendet zu haben. Vincent schreibt ein Manifest für den Veganismus, gegen die Ausbeutung von Tieren und des Planeten im Allgemeinen und bittet seine Freundin darum, es nach seinem Ableben über die sozialen Medien zu verbreiten, in der Hoffnung, sein revolutionäres Opfer würde die Menschheit endlich wachrütteln. Vincents Plänen kommt seine französische Patentante Nicole in die Quere, die ihn kurzerhand mit nach Paris und – als Vincent sich unter dem Eiffelturm in Brand stecken will – weiter nach Südfrankreich nimmt, um ihn mit ihrem französischen Esprit und Savoir-vivre zu beglücken. Diese „Entführung“ will Vincents Mutter jedoch nicht einfach hinnehmen und nimmt mit der ganzen flämischen Familie im Schlepptau die Verfolgung auf. Vincent ist eine warmherzige und hintersinnige Familienkomödie, ein Roadmovie beinah, das einen aus dem hemdsärmeligen Flandern über Paris in die sonnendurchflutete Provence mitnimmt.
Doch zurück zu Vincent und dem inneren Konflikt, den er austrägt. Denn bei aller komödiantischen Qualität des Films: Vincent ist es ernst mit seinem Veganismus und dem Wunsch nach einer besseren Welt. Und dass er in seinem Vorhaben, letztere zu verwirklichen, auf so starken Widerstand stösst, führt ihn in seine trotzige Verzweiflung. Vincent erpresst seine Familie geradezu zum Veganismus, sonst droht er, sich etwas anzutun. Andererseits sieht er sich in die Ecke gedrängt und fühlt sich nicht ernst genommen. Seine Familie isst zwar fortan vegan, bezeichnet das vegane Essen aber als „Hasenfutter“. Den Unterschied zwischen Vegetarismus und Veganismus scheint niemand zu kennen und auch keinen zu interessieren. Als Zuschauer kann man Vincents Frust begreifen. Doch auf Vincents Weg zu seinem „Totem“, wie Patin Nikki es ausdrückt, finden bald Begegnungen statt, in denen Vincent sich durchaus wahrgenommen fühlt. Und als seine Mitmenschen beginnen, Vincent ernst zu nehmen, öffnet auch Vincent sich wieder für das Leben.
Wie siehst du das? Wie gehst du damit um, wenn deine tiefe Überzeugung zuweilen Irritation hervorruft? Ab wann überschreitet das Einstehen für und Äussern eigener Überzeugungen die Grenzen anderer? Und darf eine unbequeme Wahrheit nicht auch einfach mal weh tun?
Kino-Tickets für „Vincent – The Movie“ zu gewinnen!
In Zusammenarbeit mit dem Filmverleih cineworx verlost Eva’s Apples zwei Freikarten für den Film VINCENT. Schreib uns in unserem Facebook-Post deine skurrilste, unmöglichste Begebenheit, wo du auf Widerstand gegen Veganismus gestossen bist oder deine lustigste, aufstellendste Sympathiebekundung, die du je dafür bekommen hast. Die Story mit den meisten Likes gewinnt die zwei Freikarten! Wenn du bis Mitternacht vom 26.4.2017 postet, wirst du an der Verlosung teilnehmen.
VINCENT wird ab 4. Mai 2017 an folgenden Orten in deiner Region starten:
- Zürich / Houdini
- Bern / Rex
- Basel / kult.kino atelier
- St. Gallen / Kinok
- Aarau / Freier Film
- Olten / Filmverein Lichtspiele
- Langnau / Kinogenossenschaft Langnau (15. und 16. Mai 2017)
- Meiringen / Cinema Meiringen (18., 21. und 22. Mai 2017)
- Uster / Kino Qtopia (am 21. und 22. Mai 2017)
- Päffikon / Rex (31. und 31. Mai 2017)
- Luzern / Stattkino (27. Juli bis 9. August 2017)