Qualitativ gute Schokolade besteht grundsätzlich aus rein pflanzlichen Produkten. Die wesentlichen Bestandteile sind Kakaoerzeugnisse und Zuckerarten. Die Erfindung der nicht veganen Variante, der Milchschokolade, führt ins Jahr 1839 zurück. Im "Dresdner Anzeiger" warben die Schokoladen-Fabrikanten Jordan & Timaeus zum ersten Mal für ihre „Chocolate aus Eselsmilch“. Jedoch war das historische Vorbild der Milchschokolade herber und eher körnig statt zart schmelzend, da die Milch damals nicht in Form von Milchpulver, sondern in flüssiger Form beigemischt wurde. Henri Nestlé war es dann, der 1875 auf die Idee kam, der Schokolade Milchpulver beizumischen.
Bei günstiger Schokolade kann es ausserdem vorkomman, dass auch bei einem hohen Kakaoanteil die teure und hochwertige Kakaobutter durch Butter ersetzt wurde. Dies weist klar auf eine mindere Qualität hin.
Beim Verzehr von Schokolade sollte man sich aber auch anderen Einflüssen bewusst sein. Max Havelaar macht auf seiner Webseite kritisch auf den harten Kakao-Handel aufmerksam. Durch zu tiefe Kakaopreise die an Rohstoffbörsen festgelegt werden, können kleine Kakaoproduzenten oft nicht einmal ihre Produktionskosten decken. Was viele ausserdem nicht wissen: Max Havelaar hat kürzlich die Mindestmenge der fair-gehandelten Zutaten von ursprünglich 50% auf 20% herabgesetzt. Das heisst, dass eine Schockolade (oder ein anderes Max Havelaar zertifiziertes Produkt) lediglich aus 20% fair gehandelten Zutaten bestehen muss um zertifiziert zu werden. Um wirklich fair zu konsumieren, sollte man dann doch eher zum Beispiel Claro- oder Rio Napo-Schokolade wählen.
Auch der Umweltgedanke darf nicht ausser Acht gelassen werden, denn es werden immer noch Urwälder abgeholzt um Platz für Kakaoplantagen zu schaffen. Und auf die Zucker-Problematik habe ich euch ja bereits in meinem letzen Artikel „Ist Stevia eine echte Alternative zu Zucker?“ aufmerksam gemacht. Meist wird der Schokolade weisser Zucker beigemischt, welcher unter Umständen mittels Knochen-Kalk raffiniert wird. Und nicht zuletzt werden zur Verbesserung der Konsistenz und Farbe oft auch Emulgatoren beigemischt.
Schokolade ist ein Genussmittel und keineswegs ein notwendiges Grundnahrungsmittel. Als Genussmittel sollte Schokolade auch genossen werden. Dunkle, milchlose Schokolade gibt es heute zuhauf, fair gehandelt vor allem in Claro-Läden oder bei Eva's Apples. Wer es nicht so bitter mag, der findet auch solche mit Lupinen- oder Reismilch. Jedoch meinen Schokoladeexperten, dass bei Schokolade unter 70% Kakaoanteil gar nichts geht. Was meint ihr dazu? Dunkel oder hell, was ist euch lieber?